Baugeschichte

1188

Die Kirche in Küsnacht wird erstmals in einer Urkunde von Papst Clemens III erwähnt. Darin wird der Grossmünsterabtei Zürich Rechte an der Küsnachter Kirche bestätigt.

 

1358

Konrad von Tengen verkauft die Küsnachter Kirche, die seit 1332 Georgskirche genannt wird, an den Johanniter Graf Hugo von Werdenberg. Bis 1373 wird am Platz des heutigen Singsaaltraktes ein Ordenshaus für 12 Brüder erstellt. Der Johanniterorden wurde um 1100 in der Zeit der Kreuzzüge gegründet.

 

1411

Das Konventsgebäude wird unter Komtur Johannes Staler um den Haupttrakt erweitert; der heutige Singsaalflügel wird zum Oekonomiegebäude. Vom oben erwähnten Kauf und von diesem Bauvorhaben zeugt eine Gedenktafel im Parterre:

 

anno domini 1358

empta est ecclesia a fratre hugone comes de werdenberg magister alimanie ordinis sancti johannis baptiste.

 

anno domini 1411

constructa est hec domus cum muro completa a fratre ...

 

Für die Mitte des 15. Jhdts. ist bezeugt, dass die Johanniter auch eine Schule betrieben.

 

1532

Die Komturei wird nach der Schlacht bei Kappel aufgehoben. Der letzte Komtur Konrad Schmid findet an der Seite Zwinglis den Tod (C.F. Meyer: Der Rappe des Komturs). Nachher dient das Klostergebäude als zürcherisches Amtshaus.

 

1832

Das Zürcher Lehrerseminar wird gegründet und nimmt im heutigen Seehof Küsnacht den Betrieb auf.

 

1834

Das Seminar bezieht das Johanniterhaus, nachdem der Westflügel ausgebaut und weitere tief greifende Umbauten für den Schulbetrieb vorgenommen worden sind.

 

1878

Auf dem Schulareal wird eine der ersten Turnhallen im Kanton gebaut; Architekt ist Kantonsbaumeister Otto Weber. Um Garderoben einbauen zu können, wird 1911 das Gebäude um eine Fensterachse verlängert.

 

1894

Der Kantonsrat bewilligt einen Kredit von Fr. 90`000, um ein Gebäude für "Musik, Zeichnen und physikalische Beobachtungen" zu errichten. Das neue Schulhaus, die "Italienische Villa", wird 1895 gebaut.

 

Danach erhält die Schule während mehr als hundert Jahren kein neues Gebäude mehr. Auf die steigenden Schülerzahlen reagiert der Kanton nur noch mit der Errichtung von Provisorien. Im Laufe der Zeit werden so sieben Doppelpavillons („Baracken“) für den Unterricht aufgestellt.

 

1984

Eine Neubauvorlage, die auch einen Gemeindesaal auf dem Schulareal vorsah, scheitert in einer Referendumsabstimmung.

 

1988

Mehrere Studien für Neubauten verschwinden in der Schublade, dafür werden das Johanniterhaus und die Italienische Villa umfassend renoviert.

 

1999

Die neu erstellte Heslihalle der Gemeinde Küsnacht nimmt als Mehrzweckhalle den Betrieb auf. Der Sportbetrieb findet nun ausschliesslich in den beiden Hallen im Heslibach statt. Die alte Turnhalle uf dem Schukareal aus dem Jahr 1878 wird zu einem Haus für die Schülerinnen und Schüler mit Arbeits-, Ess- und Aufenthaltsräumen umgebaut, der „Semihalle“. Südlich der Turnhalle entsteht ein Neubau für die Mediothek, der erste Minergiebau, der im Auftrag des Kantons erstellt wird.

 

2000

Für den Ersatz der Baracken wird ein Architekturwettbewerb durchgeführt; das Projekt „driftwood“ des Luzerner Architekturbüros Martin+Monika Jauch-Stolz erhält den ersten Preis.

 

2001

Das Biologiehaus wird umfassend renoviert.

 

2005

Nach Verzögerungen und sparbedingten Projektänderungen kann endlich der Spatenstich für den Neubau erfolgen. In einem rauschenden „Barackenfinale“ werden die dem Abbruch geweihten Baracken ein letztes Mal gebührend gefeiert.

 

2007

Der neue Klassentrakt mit 16 Klassenzimmern, 10 Unterrichtsräumen für den Instrumentalunterricht und zahlreichen Nebenräumen ist bezugsbereit. Mit einem grossen Fest, der „Schatulle175“, wird gleichzeitig die Einweihung des Neubaus und die 175-Jahrfeier der Schule gefeiert.